100 Jahre Bestattungen Werdelmann: Samstag gibt es viele Einblicke
10.09.2026 22:50
Sein 100-jähriges Bestehen feiert das Bestattungshaus Werdelmann an der Horster Straße 61 in Buer. Am Samstag (12.09.) wird das von 12-16 Uhr mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert. Aber neben Kaffee, Waffeln und Kuchen gibt es auch viele Informationen. Werdelmann gehört zur Menge-Gruppe in Duisburg, zu der auch das Horster Bestattungshaus Nehrkorn zählt.
Wie bei vielen Bestattungsunternehmen ging auch die Firma Werdelmann aus einer Schreinerei hervor. 1926 hat sich Wilhelm Werdelmann als Bestatter selbstständig gemacht, berichtet Werdelmann-Geschäftsführer Simon Urbanski.
Ende der 2010er-Jahre suchten Kurt und Petra Werdelmann aus Altersgründen einen Nachfolger. 2019 übernahm dann die Duisburger Firma Bestattungen Menge das traditionsreiche Haus. Seit vielen Jahren sind die Duisburger eng mit Gelsenkirchen verbunden: So gehören auch die hiesigen Bestattungshäuser Bergermann, Münstermann, Nehrkorn und Richmann inzwischen zu Menge.
Urbanski hat zwei Trends ausgemacht, die sich immer mehr verstärken würden. „Zum einen beobachte ich eine starke Individualisierung.“ Immer mehr Familien wünschten sich eine individuell auf sie abgestimmte Bestattung: von der extra gestalteten Urne oder dem extra gestalteten Sarg bis hin zur Trauerfeier mit selbst ausgewählter Musik oder Fotopräsentation.
Generell sei der Umgang mit dem Thema Trauer heute ein anderer. „Unsere Kunden wissen mehr darüber, sie sind sich ihrer Trauer und der Psychologie, die dahintersteckt, bewusster als früher“, sagt Urbanski. Daher arbeite sein Institut auch mit Trauerberaterinnen und -beratern zusammen.
Helfen könnten auch Rituale – die sich teils deutlich von traditionellen Trauerritualen unterschieden. „Man kann etwa die Fingerabdrücke eines verstorbenen Menschen nehmen und sie auf einem Schmuckstück verewigen“, zählt Urbanski auf, „oder man nimmt ein Haar für ein Amulett.“ Es gebe Urnen, die selbst gestaltet werden und bemalt werden können: Ohnehin ist die Auswahl der Urnen und Särge in den vergangenen Jahren riesig groß geworden.
Ein Teil dieser Varianten ist bei Werdelmann ausgestellt und kann auch am 12. September besichtigt werden. Neben der Urne aus Kohle steht da beispielsweise ein Sarg, der aus einem Material hergestellt wird, das aus Pilzen gewonnen wird: 100 Prozent Naturstoff, der in kürzester Zeit zerfällt und zu Erde wird. Am anderen Ende der Skala: ein massiver, schwarz lackierter Sarg vom Typ „amerikanische Truhe“, bei dem die obere Hälfte des Deckels aufgeklappt werden kann, um Oberkörper und Gesicht der verstorbenen Person zu zeigen.