Grasreiner-Preis für Reinhold Adam

17.04.2026 21:50

Reinhold Adam wurde am Freitag (17.04.2026) mit dem erstmals vergebenen Reinhold-Grasreiner-Preis des Heimatbundes Gelsenkirchen ausgezeichnet.

 

Dessen Vorsitzender, Volker Bruckmann, begrüßte in der Gelsenkirchener „Flora“ zahlreiche Gäste. Sie freuten sich über die Ansprache von Oberbürgermeisterin Andrea Henze. Sie lobte das langjährige Engagement des Horsters. „Reinhold hat mir den Bergbau und seine Geschichte auf seine liebenswerte Art naher gebracht“, schwärmte sie.

 

Die Laudatio auf den Heimatforscher hielt Bezirksbürgermeister West, Joachim Gill. In launigen Worte schilderte er den Werdegang und die Verdienste seines Horster Mitbürgers.

 

Gill: „Heute ehren wir einen Mann, der wie kaum ein anderer für die Geschichte unserer Stadt steht – und zugleich für ihren Mut zur Zukunft: Reinhold Adam, ein Horster Urgestein. Geboren und aufgewachsen im Schatten der Zeche Nordstern, hat er den Bergbau nicht nur kennengelernt – er hat ihn von Grund auf erlebt. Er übernahm Verantwortung für andere, wurde Betriebsratsvorsitzender und engagierte sich über Jahrzehnte hinweg auch politisch für seine Stadt.

Doch das, was wir heute auszeichnen, ist mehr als ein beeindruckender Berufsweg. Es ist ein Lebenswerk. Denn Reinhold Adam hat den Bergbau nie hinter sich gelassen. Für ihn gilt bis heute: „Bergmann ist man sein Leben lang.“

Als viele nur noch auf das Ende einer Epoche blickten, begann er, nach vorne zu schauen. Er hat den Strukturwandel nicht beklagt – er hat ihn gestaltet.

Als Gründer und prägende Kraft des Geschichtsforums Nordsternpark machte er den Nordsternpark zu einem Marktplatz der Geschichte. Mit Führungen, die Besucher aus aller Welt bewegen. Mit Lesungen im Schein von Grubenlampen. Mit Gedenkveranstaltungen, die zeigen, dass Erinnerung auch Verantwortung ist.

Doch das Entscheidende ist: Reinhold Adam ist kein Bewahrer im Sinne eines Zurückblickenden. Er ist ein Brückenbauer und Botschafter und sein Tun erzeugt bei den Menschen Emotionen, die sie berühren und bewegen. Er ist einer, der weiß, dass Geschichte nur dann eine Zukunft hat, wenn sie weitererzählt wird. Einer, der verstanden hat, dass der Strukturwandel im Ruhrgebiet nicht das Ende ist – sondern eine Chance.“

Der Lehrer Reinhold Grasreiner wurde im Laufe der Jahre in viele Ämter gewählt oder mit verschiedenen Funktionen betraut. So war er zum Mitglied der "Bezirksstelle für Naturdenkmalpflege im Gebiet des Ruhrsiedlungsverbandes zu Essen" und der "Interessengemeinschaft für Heimatschutz im Industriegebiet" berufen worden. Er wurde zum "Pfleger für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer im Stadtkreis Gelsenkirchen", 1922 wählte man ihn in den Jugendwohlfahrts-Ausschuss und im Schulrat war er als ständiger Mitarbeiter Vertrauensmann der Lehrerschaft. Nach seiner Pensionierung 1922 konnte er sich verstärkt seinen publizistischen Arbeiten widmen, und es entstanden eine Vielzahl von Aufsätzen, die in Zeitschriften und Zeitungsbeilagen veröffentlicht wurden. 1923 und 1925 gab er das zweibändige Heimatbuch "Im Herzen des Ruhrlandes" heraus.

1927 gehörte Grasreiner zu den Gründungsmitgliedern des Heimatbund Gelsenkirchen.

(Horster Post)

 

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