Messerstecher bekam 8 ½ Jahre

12.08.2025 12:19

Am 12. März dieses Jahres hat ein 64-jähriger Eisverkäufer zwei Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes mit einem Messer angegriffen. Eine 32-Jährige wurde schwer, ihre 37-jährige Kollegin leicht verletzt.

 

Im Prozess um die Messerattacke im Hinterhof an der Grabbestraße hat das Essener Landgericht den Täter zu einer Freiheitsstrafe von 8 ½ Jahren wegen versuchten Totschlag verurteilt. Der Staatsanwalt hatte zehn Jahre, der Verteidiger fünf Jahre gefordert. Der Anwalt des Italieners will in Revision gehen.

 

Mit der Hygiene in seiner mobilen Eisdiele nahm es der Mann scheinbar nicht so genau. In den vergangenen Jahren soll sein Betrieb nach Kontrollen der Stadt häufiger stillgelegt worden sein. Zuletzt legte das Amt den Eiswagen im Februar an die Kette.

 

Die Kontrolleurinnen vermerkten damals schimmelige Stellen am Fahrzeughimmel und auf den Sitzen. Außerdem sei der Kühlschrank in einem dreckigen und nicht akzeptablen Zustand gewesen. Eine Dose mit Kirschen sei geöffnet und das Obst schon mit einer merkwürdigen Schicht überzogen gewesen. „Das ist nur Zucker“, soll der Verkäufer dazu gesagt haben.

 

Auf Wunsch des 64-Jährigen machten sich die Kontrolleurinnen wenige Tage nach der Schließung erneut auf den Weg zu dem Eiswagen. Angeblich sollte jetzt alles sauber und ordentlich sein. „Das kann man so aber nicht sagen“, erinnerte sich eine der Frauen aus.

 

Als er bemerkte, dass er an diesem Tag wohl nicht die erhoffte Freigabe bekommen würde, rastete der Angeklagte aus. Beide Kontrolleurinnen wurden verletzt. Zum Glück war jedoch die Polizei schnell vor Ort und konnte Erste Hilfe leisten.

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